

„Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, bedenk es, ein Jahrhundert.“
Hinter diesem süffisanten Gedicht Eugen Roths verbirgt sich eines der größten ungelösten Umweltprobleme unserer Zeit – der zu hohe Papierverbrauch.
Seit Jahrzehenten mahnen Ökologen vor der ständigen Vernichtung von Waldbeständen. Nach FAO-Schätzungen werden jährlich 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Laut Angaben von Greenpeace sind 80 Prozent aller Urwälder der Erde zerstört, 40 Prozent der verbleibenden Wälder akut bedroht. Dies hat Einflüsse auf die Erde und das Klima. Eine der Hauptursachen dieser Entwicklung ist der zu hohe Papierverbrauch.
Deutschland liegt im Gesamtverbrauch mit über 20 Millionen Tonnen Papier weltweit auf Platz vier und beim Pro-Kopf-Verbrauch auf Platz acht – Tendenz steigend. So wurde im Jahr 2006 mit 252,7 Kilogramm pro Person ein neuer Spitzenwert erreicht.
Doch die Zerstörung der Waldbestände ist nicht das einzige Problem, welches der zu hohe Papierverbrauch mit sich bringt. Er verursacht auch Unmengen an Sondermüll, denn:
Papier lässt sich lediglich sechs bis siebenmal wiederaufbereiten. Vom hohen Energie- und Wasserverbrauch abgesehen, fallen bei den Recycling-Prozessen Deinkingschlämme, Faser- und Papierschlämme sowie Druckfarbenschlämme an – Problemmüll. In den Statistiken des Bundesumweltamtes befanden sich bereits 2001 als „grenzüberschreitende Abfallverbringung“ über 100.000 Tonnen davon.
Auch gilt zu beachten, dass 1/3 der Farbe im Altpapier nicht heraus lösbar ist. Die chemische Zusammensetzung aus Fasern und Restfarbe soll jedoch, wenn sie stark erhitzt wird (zum Beispiel beim Kopieren!), giftige Emissionen freisetzen.
Insgesamt sprechen also viele Gründe dafür, den Papierverbrauch deutlich zu reduzieren.
2007 haben mehrere Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen ein Memorandum verfasst, in welchem sie einen nachhaltigen Umgang mit Papier in Deutschland fordern.
